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Eine Untersuchung der Arbeiterkammer hat ergeben, dass die Anzahl der Schüler mit Lern-problemen eine steigende Tendenz aufweist.
Im März 2000 startete |
| die HS Perchtoldsdorf ein neues Lern-förderungsprogramm unter dem Titel FIT FÜR DIE SCHULE. Damit wird lernschwachen Kindern eine besondere Art der Nachhilfe angeboten. Dieses Programm wurde von Brigitte Haberda entwickelt und zielt darauf hin, bei den Kindern und Jugendlichen Fähigkeiten zu aktivieren, die für Lernprozesse unabdinglich sind. Dank der guten Zusammenarbeit mit den Perchtoldsdorfer Lehrern wurden schon im verhältnismäßig kurzen Zeitraum von zwei Monaten vielversprechende Erfolge erzielt. Im April 2001 erhielt dieses Lernförderungsprojekt den Gesundheitspreis 2000 von Herrn BM Dr. Heiduschka und Herrn LH Dr. Pröll. |
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Generell beobachtet man in vielen Bereichen darüber hinaus eine nicht dem Alter entsprechende motorische Entwicklung. Dies alles beruht auf dem Mangel an Bewegung (Fernsehen und Computerspiele als Hauptfreizeitbeschäftigung) und einer einseitigen und daher unzureichenden Vielfalt von Sinnesreizen. Beide Aspekte zusammengenommen sind im neurologischen Bereich verantwortlich für eine gute Koordination und Kooperation der beiden Gehirnhälften.
Mangel an Bewegung und Sinnesreizen führt zu einer schlechten Zusammenarbeit der Gehirnhälften, viele Fähigkeiten sind nicht voll entwickelt. Das vorliegende Lernprogramm beinhaltet daher u.a. eine Vielzahl von bewegungstherapeutischen Maßnahmen.
Worin liegen nun die Ursachen für Lernstörungen im einzelnen? Wie kommt es dazu, dass manche Kinder bei sonst ansprechenden Leistungen nur in einigen Fächern Lernprobleme sog. Teilleistungsstörungen - haben. Wir unterscheiden drei Ursachenbereiche, die ineinander übergehen:
l Ursachen im mentalen Bereich (Ständige Mißerfolge im schulischen Bereich verunsichern den Schüler; Aufzeigen seiner individuellen Lernproblematik hilft ihm, sich nicht als generell zu dumm zu begreifen, sondern sein Selbstwertgefühl wieder zu stärken und seine Einstellung zur Schule wieder zu heben.)
l Ursachen im biochemischen Bereich (Hier geht es um eine etwas bewußtere Ernährung und eine Durchleuchtung der Alltagsaktivitäten im Hinblick auf z.B. genügend Bewegung)
l Ursachen im strukturellen Bereich (Haltungsschäden, fehlende Zusammenarbeit der Gehirnhälften, fehlende Hand-Augenkoordination, Probleme im visuellen Bereich)
Die Basis für leichteres Lernen schafft man durch die Aktivierung der strukturellen Ebene.
Die bereits erwähnten Teilleistungsstörungen hemmen die Kinder bei der schnellen Lösung von Aufgaben. Das Problem liegt darin, dass Teilleistungsstörungen oft sehr lange Zeit nicht erkennbar sind, da sie von Kompensationsmodellen überlagert werden.
Möglichkeiten, die Lernprobleme in den Griff zu bekommen
Über eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Schwierigkeiten, kann auf der Basis von Lernstrategien und Lerntechniken eine Soforthilfe eingeleitet werden, die folgenden Elemente berücksichtigen sollte:
l Lerntyp
l Arbeitsplatz
l Arbeitszeit
l Arbeitspausen
l Lernportionen
l Positiver Abschluss
| Die klassischen Symptome für Teilleistungsstörungen sind: |
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l Mit Symbolen umgehen
l Fehlender Inhalt bei
l Aufsätzen
l Probleme beim
l Zusammenlauten
l Monoton klingendes Lesen
l Kein Leseverständnis
l Probleme bei der Erkennung
l von Details
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l Leichte Rechtschreibfehler
l Dichten beim Lesen
l Verschlucken von Silben
l Buchstabenvertauschungen
l beim Schreiben
l Schwierigkeiten beim
l Dividieren
l Probleme mit dem Einmaleins |
Langfristig kann aber nur ein gezieltes Förderprogramm die motorischen Voraussetzungen für die Behebung der Lernprobleme schaffen. Die Bausteine dieses Programms macht die folgende Aufstellung deutlich:
l Konzentration
l Aktivierung beider Gehirnhälften
l Visueller Bereich
l Wahrnehmungsebene - Lerntypisierung
Konzentration versteht sich als die Fähigkeit, Arbeit zu verrichten. Gerade schwächere Schüler haben oft ein sehr niedriges Energieniveau und damit Schwierigkeiten, die ihnen gestellten Aufgaben überhaupt in Angriff zu nehmen. Der Körper benötigt zur vollen Entfaltung seiner Kräfte eine entsprechende Energiezufuhr.
Wenn wir mit dem ganzen Gehirn arbeiten und lernen, erreichen wir mehr. Wir entwickeln eine größere Bandbreite von Fähigkeiten. Je besser die Zusammenarbeit unserer Gehirnhälften ist, um so größer ist das Potenzial zum Lernen. Jeder Mensch entwickelt im Lauf seines Lebens eine Gehirnhälftendominanz. Das bedeutet, dass er bei der Bewältigung von Alltagsanforderungen und beim Lösen von Problemen diese vermehrt verwendet. Viele Kinder haben das Problem, dass sie beim Lösen von Aufgaben in Stresssituationen geraten, in denen sie dann vorwiegend nur noch die dominante Gehirnhälfte einsetzten. Das heißt, dass die vorhandenen Möglichkeiten nicht mehr zur Gänze eingesetzt werden können. Beispiel: Das Kind hat alles gelernt und hat den Stoff zu Hause ohne Stresssituation beherrscht, aber bei der Schularbeit ist alles wie weggeblasen. Jede der beiden Gehirnhälften weist Spezialisierungen auf.
Die linke Gehirnhälfte ist für das analytische, logische Denken zuständig und arbeitet zergliedernd Schritt für Schritt, die rechte erfasst ganzheitlich und bildhaft. Fehlt gerade in der Prüfungssituation der Zugriff auf eine der beiden Gehirnhälften, so kommt es zum beschriebenen Problem des Blackouts. Ziel der Lernförderung sollte es daher sein, dem Kind jederzeit beide Gehirnhälften zugänglich zu machen bzw. die Zusammenarbeit beider Gehirnhälften sozusagen zu automatisieren.
Schwächen im visuellen Bereich sind ebenfalls Ursache vieler Lernprobleme. Vereinfachend gesagt hat das visuelle Feld drei Bereiche, den rechten, den linken und die Mitte. Beim Lesen, Schreiben und Rechnen sind alle drei Bereiche gefordert. Zeigen die Augenfolgebewegungen z.B. entlang einer horizontalen Linie Auffälligkeiten, so sind nicht alle Bereiche gut verfügbar.
Das Defizit der traditionellen Nachhilfe ist, dass sie nur auf die Beseitigung von Auswirkungen ausgerichtet ist, aber nicht auf die Ursachen eingeht. Natürlich kann durch häufiges Üben eine Mechanisierung erzielt werden. Wird aber die Aufgabe anders formuliert oder steht der Schüler unter Stress, so kann das nur mechanisch Auswendiggelernte nicht mehr reproduziert bzw. bei anderslautender Fragestellung transferiert werden.
Gelingt es mit Hilfe von Förderungsprogrammen die für den jeweiligen Lernprozess nötigen Voraussetzungen zu schaffen und die dafür erforderlichen Fähigkeiten zu schulen, so können einzelne Teilleistungsschwächen behoben werden. Natürlich hat man bessere Erfolgschancen, je früher man mit der Arbeit beginnt. Der betroffene Schüler ist darüber hinaus nicht dazu verurteilt, auf Dauer mit Lernproblemen leben zu müssen.
In dem Förderprogramm ist das Erreichen der Integration der beiden Gehirnhälften und das Aktivieren spezifischer Fähigkeiten ein wesentlicher Schwerpunkt. Gearbeitet wird mit speziell entwickelten Bewegungstherapien und mit spezifischen Förderblättern.
Wichtig ist für unser Tun die Erkenntnis, dass das Lernen immer ein aktiver Prozess ist und daher nur mit aktiven Methoden verbessert werden kann.
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